Lesung am 26. September 2017 im Kulturbund Treptow: Kulturkritische Texte von Stefan Zweig

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Am Dienstag, den 26. September 2017 wird es kulturkritisch im Kulturbund Treptow in der Ernststraße 14/16 in Baumschulenweg. Um 19 Uhr liest Alexander Bandilla Texte des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig (1881-1942). Die Lesung folgt dem Motto „Die Monotonisierung der Welt“ (Sammlung von Reden und Aufsätzen von Stefan Zweig) und lässt einen Zeithistoriker zu Wort kommen, der in dieser Hinsicht viel zu unbekannt geblieben ist. Stefan Zweig, der insbesondere durch seine Schachnovelle bekannt ist, machte sich stark für die Themen Gemeinsamkeit und Verständigung und plädierte für vereintes Europa nach dem Ersten Weltkrieg.

Stefan Zweig wurde im Jahr 1881 als Sohn eines jüdischen Textilunternehmers in Wien geboren. Der in wohlhabenden Verhältnissen lebende Stefan Zweig studierte nach seiner Matura zunächst Philosophie. Weitgehend blieb er den Vorlesungen allerdings fern und konzentrierte sich auf das Schreiben von Gedichten, auf welche schon bald erste Novellen folgten. Ihr Jahr 1904 schloss Stefan Zweig seine Dissertation zum Thema Die Philosophie des Hippolyte Taine ab.

Stefan Zweig liebte das Leben im großbürgerlichem Stil und begab sich regelmäßig auf Reisen, auf welchen er die Bekanntschaft mit vielen Künstlern und Schriftstellern machte. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges beschloss Stefan Zweig, der sein Leben lang als Pazifist galt, seinen ganz „persönlichen Krieg zu beginnen: den Kampf gegen den Verrat der Vernunft an die aktuelle Massenleidenschaft“. Im Jahr 1917 ging Stefan Zweig in die Schweiz, um dort als Korrespondent für die Neue Freie Presse zu arbeiten. Seine humanistischen Interessen brachte er zum Ausdruck, indem er unter anderem Artikel in der Zeitung Pester Lloyd publizierte.

Stefan Zweig machte sich stark gegen den Nationalsozialismus und plädierte für ein vereintes Europa. In dieser Zeit schrieb der junge Schriftsteller besonders viel und verfasste neben zahlreichen Novellen, Dramen und Erzählungen auch eines seiner bis heute erfolgreichsten Bücher Sternstunden der Menschheit (1927). Maxim Gorki setzte sich dafür ein, dass die Bücher Stefan Zweigs auch in russischer Sprache veröffentlicht wurden.

Zwischen 1934 bis zu seinem Suizid 1942 verbrachte Stefan Zweig im Londoner Exil. Er war von den Bücherverbrennungen betroffen und im Jahr 1935 setzte mal ihn auf die Liste verbotener Autoren. In Schweden wurden seine Bücher allerdings weiterhin gedruckt, weswegen er weiterhin internationale Bekanntheit genoss. Die britische Staatsbürgerschaft nahm Stefan Zweig mit Beginn des Zweiten Weltkrieges an. Im Jahr 1942 erschienen unter anderen die Schachnovelle sowie seine Autobiografie Die Welt von gestern. Im selben Jahr nahm sich Stefan Zweig mit einem Gift das Leben, nachdem er bereits jahrelang unter schweren Depressionen gelitten hatte.

Charakteristisch für das Werk Stefan Zweigs sind die Themen „Tragik, Drama, Melancholie und Resignation“. Insbesondere seine romanähnlichen Biografien (u.a. über Marie Antoinette) sowie zahlreiche seiner Prosawerke stoßen bis heute auf ein interessiertes Publikum. Sein bekanntestes Buch ist wahrscheinlich die Schachnovelle, das einen habgierigen Schachweltmeister auf einen von den Nationalsozialisten in Isolationshaft gehaltenen Gefangenen treffen lässt.

Im vereinten Europa sah Stefan Zweig die einzige Chance gegen Krieg und Nationalismus. Am Dienstag, den 26. September 2017 ab 19 Uhr können Sie sich selbst ein Bild machen und die bis heute wenig beachteten Texte des bemerkenswerten Zeitkritikers kennenlernen. Der Fokus der Lesung liegt auf Texten, die Stefan Zweig zwischen 1916 und 1931 verfasste.

Wann? Am 26. September 2017 von 19 bis 21 Uhr

Wo? Kulturbund Treptow, Ernststraße 14/16, 12437 Berlin

Kostenpunkt? 7 Euro/ 6 Euro ermäßigt.

Unsere Redaktion wünscht Ihnen einen kulturkritischen und inspirierenden Abend in Baumschulenweg!